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Tartu (deutscher Name Dorpat; russischer Name Юpьeв/Jurjew) ist eine Universitätsstadt und Estlands zweitgrößte Stadt. Sie liegt beiderseits des Flusses Emajõgi (deutsch Embach). Die Betonung der Bezeichnungen Dorpat und Tartu liegt auf der ersten Silbe.

Die erste urkundliche Erwähnung Tharbatas fand im Jahre 1030 statt. Der warägische Großfürst von Kiew, Jaroslaw der Weise, zerstörte im Jahre 1030 eine von damaligen, vermutlich finnougrischen Einwohnern errichtete Holzfestung und errichtete unter dem Namen Jurjew (Nach Juri, dem Taufnamen Jaroslaws) eine Festung. Im Jahre 1224 wurde Tharbata vom Deutschen Orden erobert und Dorpat genannt. Zwischen 1893 und 1918 hieß die Stadt offiziell wieder Jurjew, dieser Name setzte sich aber nicht durch, auch nicht im Russischen. Nach der Estnischen Unabhängigkeit 1918 wurde der Name Tartu offiziell.

Im Mittelalter war Dorpat ein Bindeglied zwischen den Hansestädten (insbesondere Tallin) und den russischen Städten Pleskau (Pskow) und Nowgorod.

Ein Großfeuer zerstörte 1775 beinahe die gesamte Innenstadt. Die markantesten älteren Gebäude stammen aus dem 18. und vor allem aus dem 19. Jahrhundert. Nachdem das vorherige Rathausgebäude einem Brand zum Opfer fiel, wurde im 18. Jahrhundert das derzeitige Rathaus 1789 fertig gestellt.

Im Juli 2005 fanden in Tartu die 25. Internationalen Hansetage (Hansetage der Neuzeit) statt.

Tartu ist eine typische Studentenstadt, dominiert von der 1632 von König Gustav II. Adolf gegründeten Universität Dorpat, die 1802 von Deutschbalten mit Hilfe Zar Alexanders als einzige deutschsprachige Universität des Russischen Zarenreiches neu gegründet wurde. In dieser Eigenschaft wurde sie zu einer Mittlerin zwischen der russischen und der deutschen Kultur, gleichzeitig aber auch zum Geburtsort der estnischen und lettischen nationalen Erweckung. Die estnischen Nationalfarben waren ursprünglich die des Vereins studierender Esten an der Universität. 1886-89 fand eine kompromißlose Russifizierung statt, weshalb die Mehrzahl der einstmals zu über 90% deutschen Lehrkräfte zurück ins Deutsche Kaiserreich ging. Nach 1919 wurde die Universität estnische Nationaluniversität (estnisch Eesti Vabariigi Tartu Ülikool). Die Universität ist heute die einzige Volluniversität Estlands und Mutteruniversität für die technische Universität Tallinn und die Universität für Biowissenschaften. 2004 stehen 18000 Studierenden 135 Professoren und 700 weitere Lehrkräfte gegenüber. 440 Personen sind in der Forschung tätig. Sie können mit 4000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen jährlich aufwarten.
In Tartu befindet sich eine moderne medizinische Forschungseinrichtung, das Biomeedikum

Sehenswert ist die gesamte Altstadt Tartus, das Universitätsgebäude, das Observatorium (siehe auch: Struve-Bogen), das alte anatomische Theater, in dem bis Mitte der 90er Jahre noch anatomische Vorlesungen gehalten wurden (alle auf dem Domberg, estn. "Toomemägi"), die Ruine der alten Domkirche (deren Chor ausgebaut erst als Universitätsbibliothek und jetzt als Universitätsmuseum dient) und die Kirchen (besonders die 2005 wieder aufgebaute Johanniskirche mit ihren wertvollen Terrakottenfiguren).
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